
Design Talk: Kulturelle Einflüsse im Design
Kulturelle Aneignung im Design ist ein sensibles und viel diskutiertes Thema, das seit geraumer Zeit in Medien und Communities kontrovers behandelt wird. Aktuell hat die „Oaxaca Slip-on“-Sandale von Adidas die Debatte erneut entfacht. Dass sich inzwischen auch Politiker*innen zu Wort melden, zeigt: Es geht hier nicht nur um die Gestaltung von Sandalen, sondern um komplexe historische Zusammenhänge und gesellschaftliche Machtverhältnisse.
In unserem Design Talk möchten wir die historischen Hintergründe und aktuellen Entwicklungen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten. Den Auftakt bilden Impulse unserer Speaker*innen:
- Valeria Schriber und Niklas Wolf stellen ihr Projekt „uprooted“ vor, in dem sie die kolonialen Ursprünge des „westlichen“ Möbeldesigns sichtbar machen.
- Beatrace Angut Oola, Gründerin von „Fashion Africa Now“, berichtet, warum sie die erste afrodiasporische Informationsplattform mit Fokus auf Mode und deren Verflechtung mit Rassismus und Kolonialismus ins Leben gerufen hat.
Im Anschluss kommen die Speaker*innen in einem Panel zusammen, diskutieren und kommen mit dem Publikum ins Gespräch:
- Was sind die historischen Hintergründe und Mechanismen kultureller Aneignung?
- Wie wirken sie sich auf Gestaltung und Designprozesse aus?
- Wie erkennen wir postkoloniale Muster – und wie können wir diese Strukturen aufbrechen?
Über die Speaker*innen:
Die Kolonialisierung hat viele Aspekte unseres Lebens geprägt, darunter auch die Möbelgestaltung. Mit dem Projekt «Uprooted» möchte das Design-Duo Valeria Schriber und Niklas Wolf die kulturellen Hintergründe traditioneller Fertigungs- und Kulturpraktiken aufzeigen, die oft vergessen wurden. Ihr Kompendium setzt Möbel in ihren historischen, kulturellen und ökologischen Kontext.
Das Buch ist in die Schwerpunkte «Form» und «Material» gegliedert. Es beleuchtet die kulturspezifische Formgebung und Materialien, die durch die Kolonialisierung ins westliche Möbelhandwerk gelangten. Zudem erklärt es die ökologischen, ökonomischen, sozialen und politischen Folgen, um ein umfassendes Verständnis der kulturellen Auswirkungen von Kolonialisierung und Globalisierung im Möbeldesign zu vermitteln.
Beatrace Oola ist die visionäre Gründerin von Fashion Africa Now(opens in a new tab), einer preisgekrönten digitalen Multimedia-Plattform und einem internationalen Netzwerk, das als inspirierende Brücke zwischen Kreativen afrikanischer Herkunft und den globalen Welten von Kultur, Medien und Mode fungiert. Als CEO von APYA Productions – einer der ersten deutschen Kreativagenturen mit Fokus auf afrikanische und afrodiasporische High-End-Mode – hat sie nicht nur außergewöhnliche Talente ins Rampenlicht gerückt, sondern auch eine innovative und transformative Kraft innerhalb der globalen Kreativ- und Kulturwirtschaft entfacht. Sie hat maßgeblich dazu beigetragen, marginalisierte Ästhetiken und Stimmen zu stärken und zugleich das Verständnis sowie die Positionierung afrikanischer Mode in Deutschland und Europa neu zu definieren
Date
Hamburg Kreativ GmbH
Wir sind Hamburgs erste Adresse für alle Kreativbranchen und Deutschlands größte städtische Kreativwirtschaftsförderung.


