
Private Paul / Onexx / Acher / Dead End Circle
Einlass: 19 Uhr
Beginn: 19:30 Uhr
VVK: 17€ / AK: 23€
Private Paul
Private Paul ist ein vertonter Blick in den Abgrund. Während andere in klar definierten Schubladen verweilen, erschafft Private Paul 2010 sein eigenes Genre: EmoPunkRap. Seine Alben sind düstere Kapitel eines Tagebuchs, die zwischen zerfurchte Seelenlandschaften, Wut und der Sehnsucht nach Halt schwanken. Mit bitteren Texten und bedrückender Atmosphäre füllt er eine eigenartige Lücke zwischen Hip-Hop und Metal – oft melancholisch, aber immer eindringlich. Seine Songs wirken wie Bekenntnisse, die das Unsagbare in Worte fassen – der ständige Kampf gegen den eigenen Kopf, das Gewicht der Vergangenheit, die dunklen Gedanken, die vielleicht zu vertrauten Begleitern werden. Doch zwischen all der Schwere schimmert immer wieder Licht durch: das unbedingte Festhalten am Leben, das Ringen um Klarheit, die Kraft, nicht aufzugeben. Seine frühen Werke atmen den Geist des rohen Straßenraps, doch sie folgen nie den ausgetretenen Pfaden. Stattdessen erschafft Private Paul eine eigene Welt: irgendwo zwischen wütender Ehrlichkeit und verletzlicher Poesie, getränkt in düsteren Soundscapes, die genauso gut aus einer Post-Metal-Wüste stammen könnten. Mit jedem Album verfeinert er seinen Ausdruck, wächst über Genregrenzen hinaus und formt mit EmoPunkRap nicht nur ein Label, sondern ein eigenes musikalisches Universum.
ONEXX
2019 von Sascha Grethmann (Vocals & Bass), Frank Herchenbach (Drums) und Axel Kretschmer (Vocals & Gitarre) gegründet, haben Onexx schnell klar gemacht, wohin sie musikalisch wollen: Zu einem Sound, der gleichermaßen mit Bands wie Korn, Fjørt und Cane Hill verglichen werden kann, jedoch gänzlich unique klingt. Mit ihrem für Deutschland nahezu untypischen Fable für den amerikanischen Nu-Metal der frühen 2000er-Jahre sowie der Liebe zu deutschem Post-Hardcore entwickeln Onexx einen Genremix, der auf Songs wie „Sturm“, „Niemandsland“ und „Schwarzer Tag“ ihren rohen Metal-Kern mit modernen Einflüssen aus Rap, Metalcore und Post-Hardcore ergänzt und in ihren Lyrics tiefgründige und vielschichtige Themen adressiert. 2020 debütierte die Band mit ihren ersten beiden EPs „Phase III: Freier Fall“ und „Phase IV: Hinab in das Nichts“ und skizzierte schnell ein klares Bild ihrer musikalischen Intention, die MoreCore.de treffend als „Nu Metal-Cocktail, der sich gewaschen hat“ beschrieb. Aus dem rohen Nu Metal-Sound heraus zeichnet sich auf der dritten EP „Phase I: Ohne Aufwand“ mit dem Groove-orientierten „Halt“ und seinen narrativ-gesellschaftskritischen Lyrics eine musikalische Entwicklung ab, die mit dem Ende der Quadrilogie „Phase II: In die Ferne“ 2023 neue Türen öffnete. Mit „intelligenten Texten, in denen sich Onexx auch mal kritisch zum Status Quo äußern, unbequeme Fragen stellen und zum Nachdenken auffordern“, verfolgt die Band ihren modernen Crossover-Ansatz emsig so SYLB. Dass sich dieser Ansatz mit über 50 Shows und Festivalslots in ganz Deutschland, Österreich und den Niederlanden spiegelt. Mit der Vollendung ihrer Quadrilogie haben Onexx ihren Sound zweifelsfrei gefunden und gefestigt. Das machen auch ihre neuesten beiden Singles klar. Während „Niemandsland“ sich als Widmung an den emotionalen Post-Hardcore-Teil in der musikalischen Identität von Onexx versteht, baut „Schwarzer Tag“ – der gleichermaßen auf Mental Health wie auch auf die anherrschenden Kriegszustände projiziert werden kann – auf einen creepy Nu-Metal-Sound, der mit getragenem Tempo spürbar an Schwere gewinnt. Hörbar beeinflusst von Bands wie Fjørt, Heisskalt oder Kind Kaputt tragen Onexx mit einem Wechselspiel aus Rap und narrativem Gesang in ihrem neu definierten Sound ihre messerscharf gewählten Lyrics vor. Auf der anderen Seite stehen mit Bands wie Cane Hill oder Blood Youth frische Einflüsse aus dem Nu-Metalcore, die Onexx 2025 mit noch mehr Durchschlagskraft und Wucht ausstatten als je zuvor. So fungieren beide Songs als Wegweiser für 2026. Ihr vielseitiger Sound führt sie nach einer Show im Vorprogramm von Marathonmann und weiteren Festival-Performances erneut auf Tour, während die Band weitere Songs in Aussicht stellt und damit wohl erneut die Genregrenzen bricht.
Acher
Acher kombiniert drückende Hardcore-Beats mit einer post-black Atmosphäre, die sich aus Chaos und Disharmonie zu einer Katharsis zuspitzt. Das Quintett aus Würzburg ist seit 2022 aktiv und hat 2024 die ersten beiden Singles „Longing For Rain“ und „Cold Breath“ veröffentlicht. Textlich und musikalisch zielt die Gruppe darauf ab eine in sich gekehrte Selbstbeobachtung auszulösen. Die Hörer sind eingeladen, über düstere Erzählungen und Arrangements die eigene Gefühlswelt zu erkunden. Es ist jedoch nicht immer bedrückend, denn hin und wieder lockert ein energiegeladener Breakdown oder ein hoffnungsvolles, jazziges Zwischenspiel die Spannung. Acher geben der modernen Metal-Musik ihren eigenen Twist, und das in einer doch eher klassischen Besetzung mit einem Schlagzeug, zwei Gitarren, einem Bass und einem Sänger. Shortinfo - Englisch: Acher brings driving hardcore beats to post-black atmosphere, building from chaos and disharmony into catharsis. The quintet from Würzburg, Germany are active since 2022 and have released the first two singles “Longing For Rain” and “Cold Breath” in 2024. Lyrically and musically, the group aims to invoke thoughtful introspection. The listener is invited to explore desperate narratives and arrangements. It’s not all doom and gloom however and every once in a while, an energetic breakdown or a hopeful, jazzy interlude will release some of the tension of the ensemble’s bleak topics. Acher are putting their own spin on modern metal music all while utilizing a classic lineup of one drummer, two guitars, one bass, and a single lead vocalist.
Dead End Circle
Dead End Circle spielen modernen Metalcore, der Härte nicht als Selbstzweck versteht. Wuchtige Breakdowns treffen auf klare melodische Linien, Death-Metal-Riffs auf Hardcore-Energie. Der Gesang wechselt kontrolliert zwischen Shouts und cleanen Passagen, ohne die Spannung der Songs zu verwässern. Die Band aus Pinneberg vereint musikalische Erfahrung mit handwerklicher Präzision – unter anderem durch frühere Stationen bei Dark Age und Neopera. Entsprechend souverän bewegen sich ihre Songs zwischen technischer Klarheit und direkter Wirkung. Aufgenommen in professionellen Studios, klingt das Material druckvoll und fokussiert, ohne steril zu wirken. Live übersetzen Dead End Circle diesen Ansatz konsequent auf die Bühne: konzentriert, energiegeladen und ohne unnötige Attitüde. In der Hamburger Metalszene hat sich die Band mit regelmäßigen Shows als verlässliche Größe etabliert – nicht durch Lautstärke allein, sondern durch Substanz.


